Wer krank ist, darf zuhause bleiben

Es ist noch gar nicht lange her. Da saß ich an einem Flughafen und durchstach in Gedanken Voodoo-Puppen. Bitte, bitte laß diesen Flug ausfallen. Laß auch alle Züge ausfallen. Lass mich stranden.

Ich will nicht wieder irgendwo ankommen. Landen, weitermüssen. Lass mich wo ich bin. Ich leg einfach den Kopf auf meinen Koffer und…

Kann nicht einfach mal Stillstand sein?

Ein bisschen Auszeit. Kein Wochenende. Denn Wochenende ist auch nichts mehr wert. An Wochenenden kehrt man nur den Müll der Woche zusammen. Also den Müll von vorletzter Woche. Wochenenden kann man vergessen.

Nichts tun wäre schön. Einfach mal nicht gestört werden. Ruhe…

Tja. „Be careful what you wish for.“ Denn jetzt bin ich krank.

So richtig. Mit Attest. Und nach dem Arztbesuch stand ich also zuhause und überlegte, was ich denn jetzt so mache. Wo ich doch endlich gestrandet war. Fünf Tage festgesetzt.

Was macht man denn, wenn man nichts tun möchte?

Ich setzte mich auf’s Bett. War ja schließlich krank. Ich lud das E-Paper der SZ runter. Ich begann zu lesen. Ich beschloß, doch lieber einen Film zu gucken. Kommt man ja sonst nicht zu. Ich konnte mich aber nicht entscheiden. Ich schickte Entscheidungshilfe-SMS-Notrufe. Ich fing an, “Making a Murderer” zu schauen. Ich unterbrach die Serie für eine Runde Überfliegen der Kritiken der Serie. Mir wurde ein Film empfohlen. Ich fing an den Film zu schauen. Ich checkte Mails. Ich wischte durch meinen Twitter-Feed. Ich machte Fotos von der Zimmerdecke. Ich guckte den Film. Instagram. Ich las Kritiken zu dem Film. Ich guckte weiter. Ich fing ein neues Buch an. Emails. Ich machte mir Notizen zu einem Artikel. Twitter. Ich schaute den nächsten Film. Ich las den Wikipedia-Eintrag zur Hauptdarstellerin. Guardian-App. Ich guckte wieder ein bisschen “Making a Murderer.” Emails. Ich fing an eine Sushi-Doku auf Netflix zu schauen. Ich hörte damit auf.  Nochmal “Making a Murderer”. Twitter, zur Sicherheit. Irgendwann youtube. So ging das zehn Stunden.

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Dann konnte ich nicht einschlafen und dann wachte ich am nächsten Tag auf. Um 14.38 Uhr.

Und ich musste mir eingestehen, dass ich auch gestrandet mindestens so lächerlich bin wie sonst. Wer krank ist, muss zuhause bleiben…und dann?

Die gute Nachricht: Das war Tag 1. Tag 2 lief viel besser. Ganze Zeitung, Buch zuende, Film mit nur 4 Unterbrechungen geguckt. Vielleicht waren es auch 6. An Tag 3 habe ich sogar den Müll runtergebracht. Ich bin zuversichtlich, dass ich das noch hinkriege. Auch mit dem gesund werden…

Kategorien:Uncategorized

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