was will ich erreichen? I

Wie das so läuft, diese Frage funktioniert in jungen Jahren oftmals ganz abstrakt und irgendwann dann sehr haptisch und konkret. Von „Das Ozonloch stopfen“ bis zu „von meiner Arbeit gut leben können“ sind es oft nur die paar Jahre, die zwischen Oberstufe und dem vierten Lebensjahrzehnt verstreichen. Was will ich also jetzt erreichen? Bis vor wenigen Jahren konnte ich diese Frage immer sehr sehr schnell beantworten: Ich wollte fertig werden. (Mit dem Studium, mit dem nächsten…) Und ich wollte anfangen, anfangen mit dem „echten“ Arbeitsleben, mit dem Geld verdienen, mit dem „etwas sein“ in der Arbeitswelt.

Wie das so läuft. Es gibt nicht nur Antworten, die irgendwann ihre Gültigkeit verlieren, auch Fragen können anfangen zu nerven wie Fliegen. Was will ich erreichen? Ich weiß es nicht.

[An dieser Stelle wollte ich eigentlich aufhören, aber ich schreibe noch ein bisschen weiter.]

Natürlich habe ich Antworten auf diese Frage, diese Antworten stehen parat wie sie es sollten, wenn man in unseren Breitengraden sozialisiert wurde: Ich möchte für mich sorgen können, ich möchte für meine Eltern sorgen können, für einen Partner. Ich möchte genug Geld haben „um“, aber muss nicht soviel haben „damit“. Ich möchte lernen, ich möchte wachsen. Ich will eine Art von Leben erreichen, in dem sich die Entfremdung in Grenzen hält. Und ich möchte am Liebsten nicht weiter davon reden, denn das klingt alles furchtbar.

Oder?

Seit ich gekündigt habe kommt es mir vor, als rücke diese Frage täglich von mir weg. Mittlerweile ist sie kaum mehr als Schema und ich ziere mich sehr erfolgreich davor, sie ernst zu nehmen. Ist das ein Problem? Kann man sich vom Fleck bewegen, ohne ein Ziel zu haben? Oder ist die Antwort nicht einfach schlicht, dass ich zunächst einfach herausfinden möchte, was ich will? Und wenn ja, ist das nicht vielleicht ein Projekt, an dem man sowieso nur Scheitern kann? Und es deswegen trotzdem unternimmt?

 

 

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